Praxistipp 3 auf dem Weg
zur eigenen Ladeinfrastruktur

Ungleiche Bedürfnisse x ungleiche Vergleichsangebote = Verwirrung!

  • 31. Januar 2023

Wer kennt es nicht, vor allem in Wohnungseigentümergemeinschaften (WEG), denen gelegentlich mit liebevoller Genervtheit begegnet wird. Als Eigentümer einer Wohnung eines Mehrfamilienhauses unterliegt man gewissen Bestimmungen und Pflichten – auch beim Thema Ladelösungen für zu Hause. Größere Umbauten und Veränderungen an der Bausubstanz, der Einbau einer Ladestation gehört zweifelsohne dazu, können nicht ohne Weiteres einfach umgesetzt werden.

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Da sich mehrere Wohnungseigentümer ein gemeinsames Dach, einen Hausflur, einige Treppen, Kellerräume und meist mehrere Hauszugänge teilen, müssen sie gemeinsam dafür Sorge tragen und größere bauliche Vorhaben gemeinschaftlich beschließen oder zumindest absegnen lassen. Notwendige sowie unliebsame Entscheidungen müssen regelmäßig im Rahmen einer WEG getroffen werden, zuletzt öfters solche, welche bislang nicht in das Pflichtheft gemeinsamer Sitzungen gehörten. Darunter fallen zunehmend Vorhaben, die aufgrund des rasanten technischen Fortschritts und stetig fallender Kosten in den vergangenen Jahren erst möglich geworden sind oder sinnvoll erscheinen.

Das betrifft exemplarisch eine eigene Ladeinfrastruktur für zuhause, vornehmlich zur Aufladung von E-Autos für den Gebrauch im Alltag. Oft werden lange Debatten geführt, Argumente und Angebote abgewogen und am Ende steht eine Entscheidung, die sich mehr oder weniger als praxistauglich erweist – vor allem im Spannungsfeld unterschiedlicher Interessen. Gerade bei Vorhaben mit einem langen Erwartungshorizont und einer hohen Einsatzdauer zur Amortisierung der Investitionskosten lauern zahlreiche Stolpersteine in Sichtweite. Ein wichtiger Baustein, um einen persönlichen Beitrag zur ökologischen Wende in der individuellen Mobilität zu leisten, ist die erstmalige Anschaffung einer eigenen Ladelösung. Im Falle eines ausreichend hohen Deckungsgrades durch öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur, lässt sich ein E-Auto bereits im Vorfeld erwerben. Ein scheinbar einfaches Unterfangen, dass bloß der zügigen Umsetzung bedarf.

Der erste wichtige Schritt: ein erstes handfestes Angebot – oder?

Das gilt zum Beispiel für das Einholen von mehreren Angeboten bei einer WEG. Doch das ist inzwischen gar nicht so leicht. Die anfänglich schmale Bandbreite technisch ausgereifter und erschwinglicher Lösungen ist einer beständig zunehmenden Vielfalt des Angebots- und Leistungsspektrums auf dem Markt gewichen. Zwar nimmt die Bandbreite der Hersteller und möglicher Lösungen teils verwirrende Ausmaße an, allerdings bietet sie auch die Chance, passgenau zugeschnittene Angebote zu erhalten.

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Rechtlich gilt in der Theorie für WEGs, dass Aufträge in Höhe von mehr als 3.000 Euro Investitionsvolumen nur vergeben werden dürfen, wenn die Hausverwaltung zuvor mindestens drei Vergleichsangebote eingeholt hat. Eine Ladelösung lässt sich in aller Regel selten für weniger Geld realisieren. Die hohen Materialkosten, teure Elektronikkomponenten sowie Installation, Inbetriebnahme und Prüfung durch qualifizierte Fachbetriebe liegen oft über diesem Schwellenwert, teils erheblich. Damit erscheint der Sachverhalt klar und ebenso die Rollenverteilung sowie die Lagerung der Pflichten und Entscheidungskompetenz.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Verwaltungen die Einholung von konkreten Angeboten oder sogar die ganze Thematik der Ladeinfrastruktur in Wohnimmobilien, vollständig an die Eigentümer delegieren und auslagern. Die Einholung eines halbwegs passenden Angebotes stellt für beide Seiten eine Herausforderung dar, sowohl kommunikativ als auch organisatorisch. Hinzukommt, dass die meisten Eigentümer oft über weniger branchenbezogenes oder bautechnisch spezifisches Wissen oder Erfahrungswerte verfügen als WEG. Es fällt ihnen aus verständlichen Gründen schwerer, die Thematik sicher einschätzen und beurteilen zu können. Den Ball zurückzuspielen bringt in der Realität wenig, denn die traditionellen WEG sind bereits stark beansprucht und mit der Bewältigung des Alltagsgeschäftes oft ausgelastet, zumal auch hier weiterführendes Wissen und Knowhow fehlen.

Angebot ist nicht gleich Angebot: Die Auswahl variiert erheblich.

Bevor ein Projekt schnell irrationale Ausmaße annimmt und wesentlich teurer und klobiger ausfällt als erforderlich, empfiehlt es sich, das weite Feld der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten durch gezielte Fragen im Vorfeld einzugrenzen.

  • Soll ein Angebot für alle Wohnparteien oder doch nur für eine eingeholt werden? Welche technischen und ferner persönlichen Anforderungen sollte die Ladelösung erfüllen? Was sollte das Angebot in seiner Gesamtheit umfassen? Ladestationen? Installation? Betrieb? Oder alle Aspekte zugleich? Während ein Angebot eines Elektrikers, die Elektroinstallation und Komponenten umfasst, beinhaltet ein anderes nur die Ladestation und ein drittes den Betrieb, welches an einen bestimmten Stromtarif gebunden ist. Sie haben also die Wahl zwischen der bloßen Installation und Inbetriebnahme einer Ladelösung bis hin zu vollständigen Portfolioansätzen, die alle wichtigen Aspekte abdecken.

    Die Angebotspalette verschiedener Hersteller und Umsetzungspartner lässt sich oft nicht direkt vergleichen, sofern man sich diese überhaupt leisten kann. Anbieter im selben Marktsegment mit derselben Zielgruppe operieren, mit unterschiedlich hohen Einstiegshürden und Kostenrahmen für den Mindestumfang eines Projekts. Das Angebot eines Anbieters beginnt erst ab einem Auftragsvolumen von mindestens 20 Ladestationen, ein anderes schon bei einer einzigen Ladestation. Einmal werden Ladestationen vom Hersteller A mit dem Richtwert 11 kW angeboten und einmal welche von Hersteller B mit 22 kW. Nicht zuletzt käme noch ein entscheidender Faktor hinzu - der Preis, einer der wichtigsten Determinanten und limitierenden Faktoren, vor allem für reguläre Arbeitnehmer mit überschaubarem Strombedarf und nur einem ladefähigen Auto.

    Überlegen Sie genau: was benötige ich definitiv? Was ist sinnvoll?

    Die Vielzahl, Reichweite sowie der Projektumfang und -tiefgang der Ladelösungen richten sich an ausdifferenzierende Erfordernisse von Verbrauchern.

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    Wofür würden Sie sich entscheiden? Woran würden Sie Ihre Entscheidung fest machen?

    Je mehr Sie sich im Vorfeld stringente Fragen im Hinblick auf Ihre individuelle Lebenssituation und beruflichen Erfordernisse machen, desto leichter wird Ihnen die Eingrenzung der wachsenden Vielfalt von Möglichkeiten fallen. Berücksichtigen und deklinieren Sie wichtige Faktoren, wie Ihre Lebenssituation, Arbeitsort und Pendelbedarf, Entfernung zum Stadtzentrum und wichtigen Einrichtungen, Häufigkeit der Autofahrten in Vergleichszeiträumen, Ihren Familienstand bzw. den Fahrtenbedarf der Familienmitglieder, die Nähe zu öffentlicher Infrastruktur, die Leistungsdaten des E-Autos und Weitere.

    Viele gängige, auf dem Markt befindliche E-Autos bieten inzwischen den Leistungsumfang und Komfort eines konventionellen Verbrenners und erfüllen somit analog dieselbe Funktion im Alltag. Dennoch empfiehlt es sich, einem möglichen Spezialbedarf, wie häufige Gastbesuche von Bekannten und Freunden, dem Transport kranker und pflegebedürftiger Angehöriger oder dem Ladebedarf eines spezifischen E-Fahrzeuges, gesondert Rechnung zu tragen. In aller Regel sind keine speziell angefertigten Produktlösungen erforderlich. Heutige E-Autos und deren erforderliche Ladetechnik können inzwischen die alltäglichen Anforderungen der heutigen Lebensführung vollständig abdecken.

    Die Angebotsbeschaffung erfordert also relativ gute Fachkenntnisse im Bereich Ladeinfrastruktur sowie E-Mobilität im Allgemeinen, eine gewisse Beharrlichkeit und Geduld sowie einen rationalen Blick auf die Erfordernisse der eigenen Lebensweise und vielleicht auch der künftigen. Viel Zeit zum Überlegen und Vertagen einer ungeklärten Entscheidung bleiben Ihnen jedoch nicht. Die nächste Herausforderung besteht meist darin, dass die Angebote in ihrer Gültigkeit meist auf vier Wochen begrenzt sind. Bis man also das zweite oder dritte Angebot weiterer Anbieter eingeholt hat, muss das erste Angebot erneuert werden.

    Und täglich grüßt die Krise – Bedenken Sie daher das Folgende:

    Wem das nicht bereits genug Kopfschmerzen bereitete, sollte zudem Folgendes bedenken, sofern es nicht bereits offensichtlich geworden ist. Die derzeit anhaltenden Engpässe und Mangellagen für wichtige Kostenfaktoren, beeinträchtigen die Realisierbarkeit baulicher Vorhaben in erheblicher Weise, auch im Hinblick auf die Installation, Inbetriebnahme und ggf. Wartung von Ladelösungen. Aufgrund der anhaltenden Krisenlagen, insbesondere für die heimische Wirtschaft und den globalen Handel, betrifft dies vor allem kostspielige Industriemetalle, wichtige Baustoffe, Elektrokomponenten, zertifizierte Fachbetriebe, Personal im Bauwesen und im Handwerk, sowie nicht zuletzt elektrische Energie, neben Erdgas, als Kostenfaktor.

    Was in normalen und ruhigeren Zeiten ohne Engpässe, Lieferkettenprobleme, Kriegswirren oder akuter Energieknappheit, noch gut bis passabel funktionierte, ist inzwischen eine beträchtliche Herausforderung geworden. Hohe Rohstoffkosten, Lieferschwierigkeiten und inflationsbedingt steigende Löhne und Gehälter übersetzen sich in höhere Preise, die an nachgelagerte Marktteilnehmer durchgereicht werden. Das Fehlen von Arbeits- und Fachkräften für die Planung, Bau, Instandsetzung sowie Betreuung von Immobilien sowie in zahlreichen Zweigen des erforderlichen Handwerks, verschleppt zusehends ganze Projekte.

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    Derweil, wenn auch akut abnehmend, sind die Preise für Energie und fossile Energieressourcen auf bisher ungeahnte Höhen geschnellt. Die hohen Energiekosten schmälern die Kaufkraft breiter Bevölkerungsschichten. Wichtige Projekte und sogar komplette Bauvorhaben, werden verschoben oder storniert. Notwendige Investitionen in die Bausubstanz und Förderung der Nachhaltigkeit werden unterlassen. Ein Lichtblick ist zumindest, dass dadurch das private und staatliche Interesse an finanziellen Investitionen in erneuerbare Energien wächst, auch wenn die hohen Energiepreise das Laden von E-Autos zunächst verteuern. Für einige Interessenten sind die gestiegenen Preise unerschwinglich geworden oder die Umsetzung des Vorhabens gestaltet sich zu langwierig.

    Wir bieten WEG einen einfachen Ausweg aus dem Dilemma.

    Was ist uns als WEG wichtiger, wenn wir zur ökologischen Transformation unserer Lebensgrundlagen für eine dekarbonisierte Zukunft beitragen möchten?

    Ist es uns wichtiger, mindestens drei Angebote im Sinne einer ordnungsgemäßen Verwaltung gleichberechtigt auf dem Tisch liegen zu haben?

    Oder messen wir der handfesten Realisierung einer zukunftsfähigen Lösung für Ladeinfrastruktur größeren Wert bei?

    Eine mögliche Lösung deutet sich bereits an. Sie müssen nicht bei null beginnen, sich mühselig auf die Suche nach versprengten Informationen begeben und diese bruchstückhaft zusammenfügen. Sie können mit der Hilfe eines Full- Service Anbieters alle erforderlichen Schritte, angefangen von der Planung, über Projektierung und Durchführung bis zu Projektabschluss und Kundenservice im Nachgang, in die Hände eines erfahrenen Dienstleisters übergeben. Die Größe des Projekts und Auswahl aller Hard- und Softwarekomponenten sowie beteiligter Projektpartner erfolgt handverlesen und auf Ihre Bedürfnisse maßgeschneidert.

    Sie wollen mehr zum Thema Ladeinfrastruktur für E-Autos und dazugehörigen Praxistipps, Hinweisen und Ratschlägen wissen? Dann folgen Sie gerne unserem kürzlich online gegangenen Unternehmensblog! In regelmäßigen Abständen folgen weitere Beiträge zu unserer Kurzserie der Praxistipps zum Einstieg.

    Ihr Team von Chargetic

    Offenlegung (Disclosure): Dieser Beitrag wurde nicht extern gesponsert und stellt keine rezensierten Produkte oder Lösungen dar, die als unentgeltliche Produktmuster, Geschenke oder Leihgaben bereitgestellt wurden. Der Beitrag dient informativen Zwecken, wie als Handlungsempfehlung für Leser.

Peter Otto Ruiz
Peter Otto Ruiz

Verlieren Sie nicht den Überblick vor lauter Angebote!
Der Weg zu Ihrer ersten eigenen Ladestation ist einfacher als Sie denken - wir helfen Ihnen gerne dabei und führen Sie an das Thema heran.